Twingo, Smart, C1, 208, Corsa und 500C: Sechs aus dem U-100-Club

Twingo, Smart, C1, 208, Corsa und 500C: Sechs aus dem U-100-Club

Als Autoquartetts aufkamen, in denen die sparsamsten Wagen gewannen, wetterte eine britische Autozeitung, man müsse nun auf Schulhöfen Plakate vom Lamborghini Countach verteilen. Damit Kinder wissen, dass es beim Auto um mehr geht als nur sparen. Dabei geht es bei der Entwicklung vor allem darum. Durch Spartechniken unterbieten immer mehr Autos die Schwelle von 100 g CO2/km (entspricht 3,8 L/100 km bei Dieseln, bei Benzinern 4,3 L/100 km). Ob sie die Normwerte im Alltag erzielen und wie die Sparerei gelingt, müssen sechs Kleinwagen zeigen.

Citroen C1 gewinnt durch Verzicht
Seit seiner letzten Überarbeitung zählt der Citroën C1 mit 99 g zum U-100-Club. Was so beeindruckend nicht ist, denn vor sieben Jahren startete er bei 106 g/km. Aus Kostengründen verzichtet der C1 auf teure Spartechnik, beschränkt sich auf Beschränkung: Er ist ein Auto der Minimallösungen, Komfort reduziert sich auf das Vorhandensein von Sitzen und Wetterschutz. Doch mit etwas Einschränkung der Ansprüche erlebt man die Reduktion als Bereicherung. Trotz knapper Abmessungen kommen vier Erwachsene ordentlich unter. Durch die Stadt wuselt der C1, während der Dreizylinder trommelig hochdreht. Obwohl er Berge eher mit Durchhaltekraft als Durchzugskraft erklimmt, sorgt sein engagiertes Triebwerk doch für Vergnügen, wenn auch nicht für besonders niedrige Verbrauchswerte.
Wobei die nicht so drastisch variierten wie beim Fiat 500C, dem zweiten Benziner hier. Seinen 875 cm³ kleinen Zweizylinder mit elektrohydraulischer Ventilsteuerung plustert ein Turbolader auf 85 PS. Der Paralleltwin stempelt in einen polternden Leerlauf, und wenn sich die Vibrationen legen, der Motor endlich schiebt, knattert er schon bei 4.000/min. Doch trotz seiner unterentwickelten Manieren passt der charismatische Zweizylinder hervorragend zum ebenso unvollkommen-charmanten 500C, der dir die Haare so nett verwuschelt, dass dich die hoppelige Federung und die langstreckenuntauglichen Sitze schon nicht mehr stören.

Opel Corsa ohne Temperament
Charmeoffensiven sind die Sache des Opel Corsa nicht. Sein nageliger 1,3-Liter-Diesel rappelt sich mühsam zum Losfahren auf, die Durchzugslethargie wird von der langen Übersetzung der Fünfgangbox maximiert. Nach 95 PS und 190 Nm fühlt sich das Temperament nie an. Während der geräumige Corsa sich wegen schlechter Rundumsicht etwas sperrig in der Stadt anfühlt, auf der Landstraße mit rückmeldungsarmer Lenkung und griparmen Leichtlaufreifen nervt, kann er die große Reise hier am besten.
Einzigartiges Konzept im Smart ForTwo
Traditionell beherrscht der enorm wendige Smart Fortwo CDI eher die City. Sein Konzept bleibt einzigartig – womöglich aus gutem Grund. Noch immer ist es ein Spaß, ihn zu fahren. Mit seiner herben Fahrwerksabstimmung und der indirekten Lenkung hoppelt er ungelenk über Land, auf der Autobahn stolpert er mit maximal 135 km/h über Querfugen. In der Stadt genügt das Temperament des 0,8 Liter kleinen Dreizylinder-Turbodiesels, der im Heck rumpelt und erst ab 2.000 Touren auf Trab kommt. Das Getriebe schubst die fünf Gänge bedächtig, aber weich rein.

Peugeot 208 mag es nur gemächlich
Wer den Smart für einen Fahrspaß- und Spritknauser hält, kennt den Peugeot 208 e-HDi 68 EGS5 nicht. Seinen 68 PS starken Diesel verkuppelt Peugeot mit einem automatisierten Getriebe. Beim kürzesten Halt knipst Start-Stopp den Motor aus. Zum Restart: Fuß aufs Gas, der Motor springt an, träge greift die Kupplung, der 208 kraucht los. Viel zu früh startet die Fünferbox den nächsten, langwierigen Gangwechsel, und die unerhört zarte Beschleunigung bricht zusammen. Passiert auch bei Überholmanövern und ist oft gefährlich. Im Stadtverkehr ist der 208 quälend, auf der Landstraße hilft nur, manuell durch die Gänge zu paddeln. Die gemächliche Langstrecke liegt dem 208 noch am ehesten, doch erscheint der Erwerb einer ÖPNV-Jahreskarte angesichts des erschütternden 208-Antriebs auf einmal als verlockende Alternative.